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Schon Albert Einstein sprach davon, dass die Zeit eine Illusion ist. Und in der 1. Ausgabe der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" in diesem Jahr wurden wissenschaftliche Indizien aufgeführt, die diesen Gedanken verdichten. Z.B. erlaubt die ART (Allgemeine Relativitätstheorie) Lösungen, die rotierende Universen als Zeitmaschinen beschreiben, in denen man auf geeigneten Bahnen in seine eigene Vergangenheit reisen kann. Solche Lösungen hat der berühmte österreichisch-amerikanische Mathematiker und Logiker Kurt Goedel gefunden. Anderes Beispiel. Zwei Menschen, die sich mit extrem unterschiedlichen Geschwindigkeiten begegnen, können in unterschiedlichen Zeiten leben. Der eine Mensch kann aus einer Zeit kommen, in der gerade über eine Invasion nachgedacht wird. Der andere Mensch kann aus einer Zeit kommen, in der die Invasions-Truppen schon unterwegs sind. Diese Kuriositäten brachten Kurt Goedel zu der Schlussfolgerung, dass die Zeit eine Illusion sei. Oder, in der neuen Zeit spricht man schon davon, dass die 4-dimensionale Realität ein Blockuniversum ist, das sich nicht entwickelt sondern das als Ganzes auf einmal da ist (siehe auch Doppelspaltversuch als Miniblockuniversum.)

Alles Veränderliche ist eine Illusion. Wenn die Zeit eine Illusion ist, dürfte auch alles Veränderliche eine Illusion sein. Dies ist eine zwingende Forderung (Postulat), die sich wie folgt begründen lässt.

Erste Begründung. Ist die Zeit eine Illusion, ist auch die raumzeitliche Trennung eine Illusion. Ist die raumzeitliche Trennung eine Illusion, ist auch die Wahrnehmung dieser Trennung eine Illusion. Ebenso ist die Äußerung von raumzeitlicher Trennung eine Illusion. Insofern ist die materielle Welt, weil sich all ihre Teile als raumzeitlich voneinander getrennt äußern, eine Illusion.

Zweite Begründung. Elektronen und Lichtquanten haben sowohl Korpuskel- als auch Welleneigenschaften. Dies wird in der Physik die Dualität der Teilchen genannt. Allerdings - und das ist jetzt die entscheidende Erkenntnis - können wir nicht beide Eigenschaften zugleich feststellen. Dies hängt einzig und allein von dem Versuchsaufbau ab. Ein ähnliches Problem haben wir, wenn wir den Ort und den Impuls eines solchen Teilchens feststellen wollen. Entweder können wir seinen Ort bestimmen, nicht aber seinen Impuls. Oder wir können seinen Impuls bestimmen, nicht aber seinen Ort, wo es diesen festgestellten Impuls hatte. In beiden Fällen brauchen wir aber beide sich einander ergänzende (komplementäre) Größen, um diese Teilchen wirklich in ihrer Ganzheit beschreiben zu können. Stellen wir die eine Größe oder Eigenschaft fest, ist die komplementäre Größe oder Eigenschaft dazu verschmiert.

Während wir zu einem gegebenen Zeitpunkt die eine Halbheit dieser ‚Ganzheit’ feststellen, liegt die andere Halbheit entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Und so erstreckt sich die Feststellung beider Halbheiten wegen der zeitlichen Auftrennung über einen gewissen Zeitraum. Dieser Zeitraum mag für den einen oder anderen Physiker hinreichend klein sein, aber gerade diese klitze kleine Zeittrennung kann entscheiden zwischen Wirklichkeit und Illusion. Denn nur der wirkliche Momen­tanzustand des JETZT, das ein Moment ohne Zeitausdehnung ist, kann der gegenwärtigste Zustand (= realste Zustand) überhaupt sein. Dieser JETZT-Zustand ist laut Feststellungen der Quantenphysik nirgendwo wirklich definierbar, weil im JETZT die Ganzheit einer physikalischen Größe nicht wirklich feststellbar ist.

Was wir feststellen, ist außerdem kein Momentanzustand, sondern die Veränderung mikrokosmischer Teilchen. Sobald man ihren tatsächlichen Wert (Energie) - die momentane Wirklichkeit - prüfen will, haben sich solche Teilchen längst davon gemacht. Außerdem kann man nur eines der beiden Eigenschaften feststellen. Oder hat man ihren Ort bestimmt, hat sich deren energetischer Wert zu diesem Zeitpunkt längst vernebelt (verschmiert). Wollen wir die Bausteine also näher unter die Lupe nehmen, um sie greifen (= begreifen) zu können, stellen wir fest, dass immer nur eine Hälfte davon (halbe Wirklichkeit) konkret feststellbar ist. Die andere Hälfte ist verschmiert und flutscht uns quasi aus den ‚Händen‘, was von Illusionen irgendwie auch zu erwarten ist.

Wenn man jetzt auf den Gedanken von Stephen W. Hawking zurückkommt, dass man nicht wirklich sagen kann, ob die materielle Welt eine reale Welt ist oder eine imaginäre, kann man sich kaum noch dem Gedanken verwehren, dass wir es hier wohl mit Illusionen zu tun haben müssen. Illusionen müssen feststellbar sein, aber sie dürfen sich nicht so zeigen, dass wir sagen können, sie sind wirklich in ihrer Ganzheit feststellbar. Oder anders ausgedrückt: Illusionen können energetisch durchaus vorhanden sein, dürfen aber keine gegenwärtige und schon gar nicht gleichbleibende sowie exakt definierbare Substanz aufweisen. Illusionen können uns außerdem auch vorgaukeln, real zu sein, ohne es wirklich zu sein. Sie müssen den Eindruck erwecken, wirklich zu sein, ohne es tatsächlich zu sein. Sonst bräuchten wir einen solchen Begriff gar nicht. Die teilweise Verschmiertheit der Bausteine ist also ein starkes Indiz für eine Illusion. Oder erfüllen unsere Körper-Bausteine nicht doch auf ideale Weise die Funktion von Illusionen?

Dritte Begründung. Materie täuscht uns offensichtlich eine Realität vor, die sie nicht hat. Zwischen den Atomen und den subatomaren Teilchen ist sehr viel nichtmaterieller Zwischenraum. Je nachdem, mit welchen Zeitspannen wir es bei der Feststellung oder der Wahrnehmung zu tun haben, zeigt sich die Materie unterschiedlich. Z.B. erweckt die Röntgenkristallographie den Eindruck, die Atome wären immer am selben Platz und wären starr. Bei solchen Messverfahren haben wir es mit Zeitspannen zu tun, die über Tausende und Abertausende von Atomschwingungen hinweg durchgeführt werden. Die Atomphysik sagt uns aber, dass die Atome in Schwingung sind. Die Quantenphysik wiederum sagt uns, dass es eine unterschiedliche Aufenthaltswahrscheinlichkeit der subatomaren Teilchen gibt. Diese Teilchen können überall im Universum sein. Doch meistens sind sie bei denjenigen Atomen anzufinden, zu denen sie gehören. Dies gilt wohlgemerkt aber nur für Zeitspannen, die sich über unzählige Planckzeiten hinweg erstrecken. Die sogenannte Planckzeit ist etwa 10^-43 Sekunden kurz.

Würden wir die Zeitspanne der Beobachtung/Feststellung  kleiner als die Planckzeit machen, würden wir überhaupt keine Aussage mehr über das Wesen der atomaren und subatomaren Teilchen machen können. Wo sie sich mit welcher Energie aufhalten, können wir nicht sagen, weil wir sie nicht mehr feststellen könnten. Innerhalb der Planckzeit wäre die Materie wie aufgelöst.

Der gegenwärtigste Zustand ist aber der unausgedehnte Moment und somit ein Zustand weit unterhalb der Planckzeit. Genau dieser unausgedehnte Moment erlaubt weder eine Feststellung noch eine Definition. Dies heißt, dass eine Wirklichkeitsbeschreibung gar nicht möglich ist.

Materie als Materie kann nur dann in Erscheinung treten, wenn wir die Zeitspanne der Beobachtung bzw. der Feststellung über unzählige Planckzeiten hinweg ausdehnen, wenn wir also bei der Beobachtung unzählige gegenwärtige Momente vernetzen. Ähnliches findet beim Fernsehgucken statt. Das Fernseh­bild besteht aus etwa einer halben Million Bild-Punkten, die zeitlich nacheinander auf dem Bildschirm aufleuch­ten und diesen Zeile für Zeile durchwan­dern. Würde das menschliche Auge den zeitlichen Ablauf genau verfolgen können, würde es bemerken, wie ein Bildpunkt Zeile für Zeile den Bildschirm durch­wandert und immer wieder an derselben Stelle des Bildschirmrandes von Neuem zu wandern beginnt. Dabei zeigt der Bildschirm in jedem Moment immer nur einen erleuchteten Punkt, der sich je nach Bildzusammenstellung in seiner Farbe und Intensität verändert. Wohlgemerkt handelt es sich hier nur um die drei Grundfarben, wobei wir je nach Farbabfolge und Vernet­zung im Gehirn, die sich ja über wenige Bruchteile von Sekunden erstreckt, ein mehrfarbiges Bild wahrnehmen.

Innerhalb einer Sekunde sendet der Fernseher 25 Bilder. Dies heißt, dass innerhalb einer Sekunde der Punkt den Bildschirm 25 Mal durchwandert hat. Die Trägheit des mensch­lichen Sehsystems macht es uns unmöglich, die einzelnen Bildpunkte und die einzelnen Bilder zu sehen. Wir sehen stattdessen ein ungepunkte­tes und sich veränderndes Bild. Dabei muss das Gehirn in dieser Sekunde mehr als 10 Millionen Bildpunke verarbeiten - sprich ver­netzen.
Eine Sekunde kann uns wie ein einziger Moment vorkommen. Dieser Moment ist allerdings ausgedehnt. Schließlich enthält er in Bezug auf die Fernsehbildpunkte mehr als 10 Millionen Einzel­momente, die zeitlich nacheinander kommen. Wie klein ist nun der kleinste Moment? Dieser ist unendlich klein. Und genau hier stoßen wir auf das oben angesprochene Problem, weil wir dann weit unterhalb der Planckzeit von 10^-43 Sekunden kommen. In einem unendlich kleinen Moment wäre sowohl der Körper als auch alles um ihn herum wie aufgelöst (in die Unendlichkeit explodiert).

Der Bildpunkt des Fernsehers ist in jedem Moment das einzig Reale, wobei er wegen seiner Wanderschaft lediglich an unterschiedlichen Orten ist. Nur dadurch, dass wir diese Einzelmomente vernetzen, sehen wir ein Bild, das sozusagen eine künstliche Herbeiführung (künstliche Projektion) ist. So auch ist es mit der Materie. Diese ist durch die Vernetzung unzähliger Einzelmomente, die von unserem Geist vorgenommen wird, eine künstliche Herbeiführung. Sie ist, wie im Branmodell der Physik zur Sprache kommt, eine Projektion, also ebenso ein künstlich gemachtes Bild.

Vierte Begründung. Von der Materie wissen wir, dass sie quasi aus dem Nichts entstanden ist und vermutlich wieder ins Nichts entschwindet. Dabei ist an dieser Stelle die Frage noch offen, welche Energieform oder Energieart die Materie vorher hatte bzw. nachher haben wird. Aus materialistischer Sicht war vorher nichts und wird dann nachher auch nichts sein. Dies wird so begründet, dass Materie und Antimaterie zusammen in der Summe energetisch Null ergeben. Aus dem Nichts kann so quasi Materie und Antimaterie aufgrund sogenannter Energiefluktuationen entstehen und wieder verschwinden, um es vereinfacht auszudrücken. Dass aus Nichts plötzlich Energie in Form von Materie einerseits und Antimaterie andererseits entstehen kann, müsste uns eigentlich verwundern. Besser finde ich den Gedanken, dass Energie immer schon da war und lediglich umtransformiert werden kann. Jedenfalls sieht es so aus, als sei Materie vergänglich - also zeitweilig. So etwas ist von Illusionen auch zu erwarten. Sie können nicht ewig sein, weil man dann schwerlich von Illusionen sprechen könnte.

Zusammenfassung: Vergänglichkeit, Verschmiertheit, unterschiedliche Feststellbarkeit und Täuschung sind starke Indizien für Illusionen. Wenn diese Indizien allesamt für Materie zutreffen, ist die Antwort auf die Frage nach real und imaginär entscheidbar.

 

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